
Tiere vor Hitze schützen
Haustiere vor Hitze schützen
Die Sommer werden immer heisser. Das belastet nicht nur uns Menschen, sondern auch Tiere. Da Haustiere von ihren Haltungsbedingungen abhängig sind, ist es wichtig, ihre Bedürfnisse genau zu kennen und rechtzeitig die nötigen Massnahmen zu treffen, damit sie sich abkühlen können. Nur so lassen sich Überhitzung und gesundheitliche Risiken wirksam vermeiden.
Jede Tierart hat ihre eigenen Wohlfühltemperaturen und reagiert unterschiedlich auf grosse Hitze. Ein kurzer Blick auf das Thermometer reicht deshalb nicht aus, um zu entscheiden, ob ein Tier zu heiss haben könnte. Entscheidend ist die tatsächliche Temperatur am Aufenthaltsort der Tiere. Gerade bei Kleintieren kann es im Gehege oder Käfig deutlich wärmer werden als im Rest der Wohnung. Denn enge Platzverhältnisse, direkte Sonneneinstrahlung oder fehlende Luftzirkulation lassen Hitze und Luftfeuchtigkeit rasch ansteigen.

Darauf sollten Sie achten:
- Tiere brauchen bei Hitze immer Schatten, kühle Rückzugsorte und frisches Wasser. Beachten Sie dabei, dass die Sonne wandert!
- Messen Sie die Temperatur im Innern des Käfigs, Geheges oder Terrariums, da diese dort schneller ansteigt.
- Käfige, Gehege und Terrarien dürfen nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt und/oder mit Plachen/Tüchern abgedeckt sein – das verursacht Hitzestau.
- Passen Sie den gewohnten Tagesablauf an (z.B. Spaziergänge, Training und Freigang auf kühlere Morgen- und Abendstunden verlegen).
- Zwingen Sie Ihr Tier nie zu einem kalten Bad – das kann Kreislaufprobleme auslösen.
- Lassen Sie Tiere nie im parkierten Auto zurück – es besteht akute Lebensgefahr durch Hitzetod: Auch bei Aussentemperaturen von etwa 15°C, bewölktem Himmel oder geöffneten Fenstern kann die Temperatur im Auto innerhalb weniger Minuten schnell auf 45°C und mehr ansteigen!
- Transportieren Sie Tiere nicht bei grosser Hitze – im Transportkäfig, in der Transportbox oder in Fahrzeugen ohne Klimaanlage droht rasch Überhitzung.
Wie kann ich mein Haustier vor Hitze schützen?
Generell schützen Sie Ihr Haustier, indem Sie für reichlich Schatten, kühle Rückzugsorte, frisches Wasser und angepasste Tagesroutinen sorgen. Halterinnen und Halter müssen jedoch unbedingt die artspezifische Wohlfühltemperatur ihres Heimtiers kennen – ebenso wie die Temperaturgrenze, ab der Hitzestress einsetzt oder akute Lebensgefahr besteht. Nur wer diese Werte kennt, kann rechtzeitig Schutzmassnahmen treffen und gesundheitliche Schäden verhindern.
Welche Haustiere leiden besonders unter Hitze?
Besonders hitzeempfindlich sind Haustiere, die ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren können. Dazu gehören z.B. Hunde mit kurzer Schnauze, Tiere mit dichtem oder langem Fell, ältere oder chronisch kranke Tiere sowie sehr junge Tiere. Auch Tiere in Gehegen, Käfigen, Terrarien, schlecht belüfteten Transportboxen oder im Auto sind einem hohen Risiko ausgesetzt, da dort die Temperatur rasch lebensbedrohlich ansteigen kann.
Dürfen Haustiere bei grosser Hitze nach draussen?
Nur, wenn das Gehege gut vorbereitet ist und alle Schutzmassnahmen getroffen wurden. Wichtig ist, dass Sie die Wohlfühltemperatur Ihres Tieres kennen und wissen, ab wann Hitze für Ihr Tier gefährlich wird. Wird es im Gehege trotz Schutzmassnahmen zu heiss, muss es an einen kühleren Ort versetzt werden.
Wichtig:
- Es reicht an heissen Tagen nicht, nur auf Schatten zu achten, denn auch im Schatten kann es sehr heiss werden. Deshalb müssen, neben ausreichend grossen Schattenplätzen, immer frisches Wasser und deutlich kühlere Bereiche vorhanden sein, z. B. unter Bäumen, mit guter Belüftung und auf Gras statt Stein oder Asphalt (da diese sehr heiss werden können).
- Nager, Kaninchen, Reptilien und Vögel auf dem Balkon oder im Garten dürfen nie direkter Sonne ausgesetzt sein. Beachten Sie daher immer den Sonnenverlauf, um direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden und denken Sie daran, dass die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Innern des Geheges schneller ansteigt als ausserhalb.
- Tiere einfach ins Haus zu bringen ist nicht automatisch sicherer, da sich auch Innenräume stark aufheizen können (vor allem jene ohne Klimaanlage). Entscheidend ist, dass sich das Tier jederzeit in seinem sicheren Temperaturbereich aufhält und immer frisches Wasser und Abkühlungsmöglichkeiten zur Verfügung hat.
So schützen Sie Ihr Haustier vor Hitze
Drinnen:
Für kühle Rückzugsorte sorgen
- Halten Sie die Wohnung möglichst kühl (z.B. tagsüber Fenster und Rollläden schliessen, nachts lüften).
- Bieten Sie für Ihre Tiere geeignete kühle Plätze an, etwa Fliesenböden, spezielle Kühlmatten, Bademöglichkeiten oder feuchte Tücher.
- Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen – bei Katzen bewährt es sich, Wasser an mehreren Stellen und in verschiedenen Gefässen anzubieten.
- Sicherstellen, dass die Luft im Gehege, Käfig oder Terrarium gut zirkulieren kann.
- Käfige und Terrarien dürfen nie direkt in der Sonne stehen, weil sie sich rasch aufheizen (Sonnenverlauf beachten!)
Draussen:
Abkühlungsmöglichkeiten schaffen
- Hunde und Katzen sollten draussen immer Zugang zu schattigen Plätzen haben, idealerweise unter Bäumen oder Sträuchern.
- Vögel, Reptilien, Nager und Kaninchen auf dem Balkon oder im Garten dürfen nie direkter Sonne ausgesetzt sein. Auch sie müssen jederzeit Zugang zu grosszügigen schattigen Bereichen im Gehege haben. Prüfen Sie den Sonnenverlauf und stellen Sie sicher, dass den Tieren den ganzen Tag über Schatten zur Verfügung steht.
- Sicherstellen, dass die Luft im Gehege gut zirkulieren kann.
- Ist es auch im Schatten zu heiss, bringen Sie die Tiere an einen kühleren Ort.
Wie erkenne ich, dass mein Haustier überhitzt ist und medizinische Hilfe braucht?
Folgende Symptome Ihres Haustiers deuten auf eine Überhitzung oder einen Hitzeschlag hin. Bringen Sie ihr Tier sofort an einen kühlen Ort und rufen Sie direkt den Tierarzt an, denn eine Überhitzung ist ein Notfall und kann lebensgefährlich sein.
- Katzen: Hecheln, Unruhe, Apathie, Erbrechen
→ Sofort an einen kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und direkt den Tierarzt anrufen. - Hunde: Starkes Hecheln, Unruhe, vermehrter Speichelfluss, weit heraushängende Zunge
→ Sofort an einen kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und direkt den Tierarzt anrufen. - Nager: Schnelle Atmung, ausgestrecktes Liegen, Apathie
→ Sofort an einen kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und direkt den Tierarzt anrufen. - Vögel: Schnelle Atmung, abgespreizte Flügel, Apathie oder Unruhe, Taumeln
→ Sofort an einen kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und direkt den Tierarzt anrufen. - Reptilien: Appetitlosigkeit, Unruhe oder Apathie, erhöhte Atemfrequenz (Hecheln), Schwäche, Gleichgewichts-/Bewegungsstörungen, Schaumbildung vor dem Maul, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit.
→ Sofort an einen kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und direkt den Tierarzt anrufen.
Tipp: Informieren Sie sich über angebotene Erste-Hilfe-Kurse für Tiere, z.B. bei Hundeschulen oder Tierarztpraxen. So lernen Sie einzuschätzen, wann ein Notfall vorliegt und was im Ernstfall zu tun ist.
Ist ein Ventilator für Haustiere gefährlich?
Ja. Direkter Luftstrom kann die Augen und Atemwege Ihres Haustiers reizen. Ventilatoren sollten deshalb nie direkt auf Tiere gerichtet werden, sie können aber zur allgemeinen Raumkühlung eingesetzt werden.
Was tun, wenn mein Hund oder meine Katze überhitzt ist?
Sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen, Wasser anbieten, Körper mit feuchten Tüchern kühlen und direkt die Tierärztin oder den Tierarzt anrufen.
Abkühlung für Hunde
Hunde schwitzen nur an ihren Pfoten und an ihrer Nase, was nicht ausreicht, um ihre Temperatur zu regulieren. Sie können sich nur abkühlen, indem sie hecheln. Deshalb ist es wichtig, sie vor grosser Hitze zu schützen und ihnen stets Abkühlungsmöglichkeiten zu bieten. Hunde mit kurzer Schnauze (z.B. Mops, Französische Bulldoggen) und solche mit langem, dichtem Fell (z.B. Pomeranian Spitze) sind bei Hitze besonders gefährdet. Dort gilt besondere Aufmerksamkeit, um Warnsignale zu erkennen.

Hunde vor Hitze schützen:
- Nur in den kühlen Morgen- und Abendstunden spazieren gehen. Wenn Ihr Hund gerne badet, bieten Gewässer Abkühlung.
Achtung: Blaualgen sind für Hunde hochgiftig. Prüfen Sie deshalb vorab die Wasserqualität und regionale Warnhinweise. - Heisser Asphalt kann Pfoten verbrennen – prüfen Sie mit der Hand, ob der Boden zu heiss ist.
- Immer frisches Wasser bereithalten.
- Wechseln Sie das Wasser mehrmals täglich.
- Viele Hunde lieben es, ein Bad zu nehmen. Bieten Sie ihnen die Möglichkeit, aber zwingen Sie sie nicht.
- Hunde niemals im Auto zurücklassen – dort kann die Temperatur (bereits ab 15°C Aussentemperatur!) innert Minuten lebensgefährlich ansteigen.
- Verschieben Sie Trainings in die kühlen Morgen- oder Abendstunden und passen Sie die Intensität und Dauer den Temperaturen an (selbst bei Nasenarbeit wie Mantrailing, Scent Detection oder Fährtensuche kann die Körpertemperatur erheblich ansteigen).
Abkühlung für Katzen
Katzen kommen mit trockener Hitze grundsätzlich gut zurecht, aber an sehr heissen Tagen, bei fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und vor allem in Wohnungen sind auch sie auf Unterstützung für ihre Abkühlung angewiesen. Da Katzen oft wenig trinken ist es wichtig, sie mit unterschiedlichen Wasserstellen zum Trinken zu animieren.
Katzen vor Hitze schützen:
- Frisches Wasser bereitstellen und mehrmals täglich wechseln.
- Mehrere Wasserschalen/Trinkbrunnen an unterschiedlichen Orten hinstellen.
- Nassfutter statt Trockenfutter füttern (Katzen nehmen ihren Flüssigkeitsbedarf grösstenteils über die Nahrung auf).
- Kühlmatten oder kühle Fliesen als Rückzugsort anbieten.
- Freigängerkatzen sollen selbst wählen können, ob sie draussen oder drinnen sein möchten.
- Nacktkatzen (Sphynx) müssen aufgrund ihres fehlenden Fells besonders vor Sonnenbrand geschützt werden. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung oder tragen Sie eine für Katzen geeignete Sonnencreme auf.

Abkühlung für Kleintiere und Nager
Viele Kleintiere und Nager regulieren ihre Körpertemperatur in der Wildnis hauptsächlich über das Aufsuchen von kühlen Orten (z.B. unterirdische Gangsysteme). Hitze ab 25°C kann für Kleinnager bereits lebensgefährlich werden, denn ihre Wohlfühltemperatur liegt bei etwa 18–20°C. Es ist deshalb wichtig, die Temperatur innerhalb des Geheges im Auge zu behalten und für ausreichend Schatten, frische Luft und Abkühlungsmöglichkeiten zu sorgen.

Meerschweinchen und Kaninchen vor Hitze schützen:
- Messen Sie regelmässig die Temperatur im Innern des Geheges, denn dort sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit oft höher als ausserhalb.
- Immer frisches Wasser bereitstellen – täglich ein- bis zweimal wechseln.
- Wasserhaltiges Gemüse füttern (wie Gurken).
- Gehege nie in die Sonne stellen – auch nicht teilweise. Prüfen Sie die Sonneneinstrahlung über den ganzen Tag, denn der Schatten wandert!
Achtung: Plachen, die man übers Gehege legt, verursachen Hitzestau und sind gefährlich. - Im Garten für ausreichend Schatten und kühle Plätze sorgen. Ist es zu warm, Tiere an einen kühleren Ort bringen.
- Auf dem Balkon müssen Sie genau abklären und messen, wie warm es tagsüber wird. Wird es auch ohne direkte Sonneneinstrahlung zu heiss, dürfen die Tiere nicht auf dem Balkon gehalten werden.
- Kühle Orte im Gehege schaffen: Kacheln, Steinplatten, feuchte Tontöpfe und ungiftige (!) Zweige mit Blättern hineinlegen.
- Sonnenschirme und ein weisses Leintuch (trocken oder nass) können zusätzlich zum Abdecken des Geheges genutzt werden. Wichtig: Decken Sie niemals das ganze Gehege ab, denn Luft muss von allen Seiten noch hinein und hinaus können).
Hamster vor Hitze schützen:
- Hamster benötigen zwingend einen kühlen, schattigen Platz. Der Käfig darf nie in der Sonne stehen – auch nicht teilweise. Prüfen Sie die Sonneneinstrahlung über den ganzen Tag, denn der Schatten wandert!
- Kontrollieren Sie regelmässig die Temperatur im Innern des Käfigs – ist es zu warm, Käfig an einen kühleren Ort bringen.
- Nebst direkter Sonne muss auch Zugluft vermieden werden.
- Legen Sie zur Abkühlung feuchte Kacheln, Steinplatten oder Tontöpfe ins Gehege.
- Stellen Sie immer frisches Wasser bereit – Hamster trinken bei Hitze mehr als sonst. Täglich ein- bis zweimal wechseln.

Abkühlung für Vögel
Vögel haben zwar eine Körpertemperatur von ca. 40°C und vertragen Hitze besser als Menschen, sie laufen aber trotzdem die Gefahr von Überhitzung bei Temperaturen ab 30°C. Denn Vögel schwitzen nicht – sie kühlen sich durch Hecheln, Ruhen, Aufsuchen kühler Schattenplätze und Baden ab.

Vögel vor Hitze schützen:
- Immer frisches Wasser zum Trinken bereitstellen.
- Vogelkäfige immer im Schatten halten.
- Volieren sollten immer sonnige und schattige Bereiche haben, damit die Vögel aussuchen können, wo sie sich aufhalten wollen.
- Prüfen Sie die Sonneneinstrahlung über den ganzen Tag, denn der Schatten wandert! Achtung: Plachen, die man übers Gehege legt, verursachen Hitzestau und sind gefährlich.
- Zugluft muss vermieden werden.
- Immer für Bademöglichkeiten sorgen (Badehäuschen, Wasserbad) und das Wasser mindestens einmal täglich wechseln.
- Frische, ungiftige (!) Äste mit Laub spenden Schatten und Beschäftigung.
Abkühlung für Reptilien
Reptilien sind wechselwarm. Vor allem am Morgen brauchen Schlangen, Echsen, Frösche und Schildkröten Wärme von aussen, um in Schwung zu kommen. Über Mittag wird es bei grosser Hitze dann aber auch ihnen zu heiss und sie ziehen sich oft in den Schatten zurück. Im beheizten oder schlecht belüfteten Terrarium ist das jedoch oft nicht möglich. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten: das Terrarium kann in kurzer Zeit aufheizen und lebensbedrohlich werden.
Reptilien vor Hitze schützen:
- Stellen Sie immer genug Wasser bereitstellen.
- Direkte Sonneneinstrahlung muss vermieden werden.
- Kontrollieren Sie die Temperatur im Innern des Terrariums regelmässig – es besteht akute Lebensgefahr durch Überhitzung, besonders am Nachmittag.
- Bei grosser Hitze Heizsysteme und Beleuchtung vorübergehend reduzieren oder ganz ausschalten.
- Sorgen Sie dafür, dass das Terrarium gut durchlüftet ist und eine ausreichende Luftzirkulation herrscht (Lüftungsflächen dürfen nicht durch Beleuchtung oder Einrichtungselemente zugestellt sein).
- Sorgen Sie für Abkühlungsmöglichkeiten im Terrarium (kühle Steinplatten oder feuchte Leinentücher ins Gehege legen).
- Im Freilandgehege müssen immer Schattenplätze und kühle Verstecke vorhanden sein (prüfen Sie den Sonnenstand über den ganzen Tag, da der Schatten wandert). Achtung: Plachen, die übers Gehege gelegt werden, verursachen Hitzestau und sind gefährlich!


Landschildkröten vor Hitze schützen:
- Immer frisches Wasser bereitstellen
- In einem Schildkrötengehege im Garten sollte es immer niedrige Sträucher haben, unter die sich die Schildkröten in der Mittagshitze verkriechen können.
- Schildkröten brauchen beides: Sonnenplätze (vor allem mit Morgensonne) und Schattenplätze für den heisseren Nachmittag.
- Wasserhaltiges Gemüse (z. B. Gurken) zufüttern.
Wie erkenne ich, ob meine Schlange, Echse oder Schildkröte überhitzt ist?
Gängige Überhitzungs- und Hitzeschlag-Symptome bei Reptilien sind Appetitlosigkeit, Unruhe oder Apathie, erhöhte Atemfrequenz (Hecheln), Schwäche, Gleichgewichts- und Bewegungsstörungen, Schaumbildung vor dem Maul, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit.
→ Das Tier sofort an einen kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und direkt den Tierarzt anrufen.
Wann wird es für Reptilien zu heiss und lebensgefährlich?
Die Wohlfühltemperatur von Reptilien ist von Art zu Art unterschiedlich. Wüstenbewohnende Arten können sich beispielsweise an höhere Temperaturen anpassen und auch bei 35 °C noch normales Verhalten zeigen. Andere Arten benötigen deutlich kühlere Temperaturen – informieren Sie sich, was auf Ihr Tier zutrifft, und kontrollieren Sie die Temperatur im Terrarium regelmässig.
Wichtig: Da Reptilien wechselwarm sind, brauchen sie kühlere Bereiche im Gehege. Auch wärmeliebende Arten müssen jederzeit kühle Rückzugsmöglichkeiten wie Schatten, Höhlen oder feuchtere Bereiche aufsuchen können. Fehlen solche Ausweichmöglichkeiten, steigt das Risiko einer Überhitzung rasch an. Ab 40 °C wird es aber auch für wärmeliebende Arten lebensgefährlich.
Abkühlung für Pferde, Esel und Mulis
Pferde, Esel und Mulis kühlen sich primär durch Schwitzen ab. Grosse Hitze und Feuchtigkeit stellt aber auch für sie ein Risiko zur Überhitzung dar. Sie müssen daher immer Zugang zu einem Schattenplatz oder gut belüfteten Unterstand haben, um sich vor der Sonne und Gewitter zu schützen.
Pferde, Esel und Mulis vor Hitze schützen:
- Weidegänge auf die Nacht, den frühen Morgen oder den Abend verlegen.
- Schattenplätze auf der Weide oder gut belüftete Unterstände müssen immer vorhanden sein (Achten Sie darauf, dass kein Hitzestau darunter entstehen kann).
- Ständigen Zugang zu viel Wasser sicherstellen (Pferde benötigen bei Hitze bis zu 70 Liter Wasser pro Tag).
- Ein Salz-Leckstein sollte immer zur Verfügung stehen
- Je nach Pferd: Training und Ausritte auf die kühleren Tageszeiten beschränken (am frühen Morgen oder am Abend).

Wie erkenne ich, ob ein Pferd, Esel oder Muli überhitzt ist?
Gängige Überhitzungs- und Hitzeschlag-Symptome bei Pferden, Esel und Mulis sind Schwäche, Apathie, Kolik ähnliche Symptome, erhöhte Körpertemperatur (über 38.5°C) erhöhte Herzfrequenz und schnelle oberflächliche Atmung bis Schock.
→ Das Tier sofort an einen kühlen Ort bringen, Wasser anbieten und direkt den Tierarzt anrufen.
Nutz- und Weidetiere vor Hitze schützen
Nebst einem kühlen Stall brauchen Weidetiere in der Sommerzeit idealerweise Nachtweiden und tagsüber viele, möglichst natürliche Schattenplätze. Wichtig ist auch der uneingeschränkte Zugang zu frischem Wasser im Stall und auf der Weide.
Was tun, wenn man Tiere bei Hitze ohne Schatten und/oder ohne Wasser auf der Weide sieht?
Versuchen Sie wenn möglich zuerst, die Tierhaltenden zu kontaktieren. Wenn diese nicht erreichbar sind, die Polizei oder das Veterinäramt benachrichtigen. Tipp: Oft können auch regionale Tierschutzvereine weiterhelfen, oder Empfehlungen der Tierärzte.
Achtung: Gehen Sie niemals eigenständig in eine Kuhherde, vor allem nicht in eine Mutterkuh-Herde! Auch nicht in eine Schafherde: Herdenschutzhunde, Schafböcke, aber auch Auen könnten angriffig sein. Wenn die Tiere sichtlich in Not sind, können Sie in der Zwischenzeit versuchen, von ausserhalb an Trinkwasser zu gelangen und dieses den Tieren zuzuführen.
Abkühlung für Kühe und Rinder
Kühe und Rinder mögen es grundsätzlich kühl (zwischen 4 und 15°C) und können bereits bei Aussentemperaturen ab 24°C und mit steigender Luftfeuchtigkeit in Hitzestress geraten. Sie können Wärme abatmen, dies lässt bei hohen Temperaturen allerdings die Atemfrequenz ansteigen, was für die Tiere belastend ist. Auch die Körpertemperatur der Tiere steigt, was dazu führt, dass sie mehr Flüssigkeitsbedarf haben – bei Hitze benötigen Kühe 180 Liter und mehr pro Tag.
Auf der Weide:
- Sorgen Sie für uneingeschränkten Zugang zu kühlem, frischem Wasser.
- Es müssen genügend natürliche Schattenplätze innerhalb der Einzäunung vorhanden sein (Bäume, Sträucher) – insbesondere während der heissen Tageszeit.
- Gibt es auf der Weide keine natürlichen Schattenspender, braucht es bauliche Massnahmen wie Unterstände für alle Tiere.
- Schattenspender an trockenen Orten mit leichter Zugluft aufstellen, um Belästigung durch Fliegen vorzubeugen.
- Bei dauerhaft heissen Sommertagen empfiehlt es sich, die Tiere nachts weiden zu lassen.
Im Stall:
- Sorgen Sie für uneingeschränkten Zugang zu kühlem, frischem Wasser.
- Damit sich Kühe und Rinder abkühlen können, muss im Stall für viel Frischluftzufuhr gesorgt sein.
- Für genügend Plätze sorgen, die leichte Zugluft haben – Kühe und Rinder stehen oft an solchen Orten im Stall.
- Eine Klimaanlage, Decken-, Wand- und grössere Standventilatoren helfen mit der Luftzufuhr.
- Moderne Ställe verfügen über Sprinkleranlagen, die Wasser als feinen Nebel in der Luft verteilen.
- Damit es erst gar nicht zu heiss im Stall wird, sollten Ställe in der Nähe schattenspendender Bäume stehen oder Stalldächer begrünt werden.
Wie erkenne ich, dass eine Kuh oder ein Rind überhitzt ist?
Eine Kuh und ein Rind sind überhitzt, wenn sie schwitzen, schwer atmen und hecheln. Sie brauchen dann schnellstmöglich Entlastung durch geeignete Abkühlungsmassnahmen.
→ Ermöglichen Sie den sofortigen Rückzug in den kühlen Stall mit ausreichender Wasserversorgung, helfen Sie bei der Abkühlung durch mehrmaliges Übergiessen mit kaltem Wasser (mit kurzen Pausen zwischen den Güssen für die Verdunstung) und rufen Sie direkt den Tierarzt an.
Abkühlung für Schweine
Schweine können kaum schwitzen. Sie haben nur im Bereich der Rüsselscheibe und zwischen den Zehen Schweissdrüsen. Diese reichen nicht aus, um sich draussen auf der Weide bei 25°Grad und mehr herunterzukühlen. Sie sind deshalb darauf angewiesen, genügend Abkühlungsmöglichkeiten und guten Schutz vor der Sonne zu haben.

Schweine vor Hitze schützen
- Sorgen Sie für ausreichend Schattenplätze und Zugang zu reichlich frischem Wasser.
- Klimatisierte Ställe werden bevorzugt, da Schweine hitzeempfindlich sind.
- Wenn Weiden aber so ausgestaltet werden, dass sie genügend Schattenplätze und Trinkwasserstellen bieten, können Schweine draussen gehalten werden, auch im Sommer.
- Weideschweine brauchen einen kühlen Untergrund zum Liegen und eine tiefe, schlammige Kuhle, in der sie sich suhlen und gleichzeitig abkühlen können (der Schlamm schützt sie zudem vor Sonnenbrand).
Wie erkenne ich, ob ein Schwein überhitzt ist?
Diese Anzeichen deuten auf Hitzestress bei Schweinen hin: Erhöhte Atemfrequenz, vermehrtes Liegen in kühlen/nassen Stellen sowie erhöhte Körpertemperatur. Auch hängende oder versteifte Schwänze können ein Hinweis auf Überhitzung sein. Sie brauchen dann schnellstmöglich Entlastung durch geeignete Abkühlungsmassnahmen.
→ Ermöglichen Sie den sofortigen Rückzug in den kühlen Stall mit Zugang zu reichlich frischem Wasser und rufen Sie direkt den Tierarzt an.
Abkühlung für Hühner
Hühner geraten schnell in Hitzestress: Ab Temperaturen von 28°C und steigender Luftfeuchtigkeit fällt es Hühnern schwer, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Sie können nicht schwitzen und versuchen über die Zunge, Schleimhäute, Flügel und ihre Haut Wärme abzugeben. Bei hohen Temperaturen und fehlender Luftbewegung reicht das jedoch nicht aus, um sich abzukühlen.
Hühner vor Hitze schützen
- Frisches Wasser an mehreren Standorten im Stall anbieten – das verhindert Engpässe an der Tränke.
- Sorgen Sie im Hühnerstall für viel Frischluft und Luftbewegung.
- Im Freien gehaltene Hühner benötigen ausreichend viele, möglichst natürliche Schattenplätze.
- Im Schatten angelegte Sandbäder (trockene Bodenstellen) bieten Hühnern eine Möglichkeit zur Abkühlung.

Wie erkenne ich, ob ein Huhn überhitzt ist?
Anzeichen für eine Überhitzung bei Hühnern sind: Geöffneter Schnabel und (geräuschloses) Hecheln, gespreizte oder hängende Flügel, Schwäche, Apathie, Appetitlosigkeit.
→ Bringen Sie die Tiere sofort an einen kühlen Ort, bieten Sie ihnen frisches Wasser an und rufen Sie direkt den Tierarzt an.
Abkühlung für Schafe
Schafe sollten für die Weidezeit im Sommer spätestens im Juni geschoren werden. Ihr Fell wird immer dichter und führt wegen der hohen Wolllast an Sommertagen bereits ab 25°C zum Hitzestress und -stau, der den qualvollen Tod der Tiere zur Folge haben kann. Mit der Schur allein ist es aber noch nicht getan, um Schafe vor Hitze zu schützen.

Schafe vor Hitze schützen
- Frisches Wasser an mehreren Standorten im Stall anbieten – das verhindert Engpässe an der Tränke.
- Sorgen Sie im Hühnerstall für viel Frischluft und Luftbewegung.
- Im Freien gehaltene Hühner benötigen ausreichend viele, möglichst natürliche Schattenplätze.
- Im Schatten angelegte Sandbäder (trockene Bodenstellen) bieten Hühnern eine Möglichkeit zur Abkühlung.
Wie erkenne ich, ob ein Schaf überhitzt ist?
Folgende Anzeichen deuten auf eine Überhitzung bei Schafen hin: Erhöhte Atemfrequenz, flache Atmung, geweitete Nasenöffnungen, hängende Köpfe und Ohren sowie Tiere, die sich von der Herde absondern und häufig liegen. Sie brauchen dann schnellstmöglich Entlastung durch geeignete Abkühlungsmassnahmen.
→ Ermöglichen Sie den sofortigen Rückzug an einen kühleren Ort, bieten Sie den Tieren Wasser an und rufen Sie direkt den Tierarzt an. Allenfalls können Hautstellen befeuchtet werden, die Tiere sollten aber nicht vollständig mit Wasser übergossen werden.
Wildtiere und Hitze
Wenn natürliche Wasserstellen wie Bäche, Teiche oder Pfützen austrocknen, wird Wasser für Wildtiere knapp – besonders in Städten und Industriegebieten. Mit einfachen Mitteln lassen sich im Garten oder auf dem Balkon zusätzliche Wasserstellen einrichten.
So helfen Sie Wildtieren bei Hitze:
- Flache Wasserschalen (Untertöpfe sind ideal) im Garten oder auf dem Balkon aufstellen.
Achtung: Tiefe Töpfe oder Eimer sind nicht geeignet, da Ertrinkungsgefahr für kleinere Tiere besteht. - Legen Sie kleine Steine oder Holzstücke in die Wasserschale, damit Insekten eine Ausstiegshilfe haben.
- Täglich das Wasser wechseln und Behälter reinigen (heisses Wasser und Bürste – keine Chemikalien!), um die Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden.
- Schalen wenn möglich im Schatten und nicht direkt neben einem Gebüsch o. ä. platzieren, da dort Katzen auflauern können.
- Dichte Gartenbepflanzung, Hecken und Wildblumen spenden Schatten, halten Feuchtigkeit im Boden und bieten Schutz und Nahrung.
- Gartentopfbepflanzungen auf dem Balkon mit Wildblumen bieten Insekten Nahrung und Schutz.
- Aufschichten von Ästen und Laub im Garten sorgt für Unterschlüpfe und Schattenplätze.
- Für Vögel eignen sich erhöhte oder hängende Tränken und Vogelbäder.
